Genetischer Haarausfall

Genetischer Haarausfall, der also erblich bedingt ist und auch androgenetische Alopezie genannt wird, wird durch das Zusammenspiel der Androgene ausgelöst. Durch die haarschädigenden Eigenschaften der männlichen Geschlechtshormone wird der Haarausfall verursacht. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, wie es zum genetischen Haarausfall kommt, wie er sich äußern kann und welche Ansätze es in der Behandlung gibt.

Was ist genetischer Haarausfall genau?

In den erblich bedingten Fällen ist der Haarausfall durch das Erbgut vorbestimmt. Es ist eine durch Sexualhormone auftretende Form des Haarausfalls, die vermehrt bei Männern auftritt. Daher bedeutet der Begriff "genetischer Haarausfall" "Haarausfall durch männliche Hormone". Er ist in mehr als 90 Prozent aller Fälle die Ursache für den Haarausfall. Das Lebensalter spielt eine große Rolle, denn der Grad nimmt mit steigendem Alter in der Regel zu. Die Veränderung beginnt oftmals zwischen 30 und 40. Genetischer Haarausfall wird aufgrund der Häufigkeit gern als eine normale Erscheinung des Alterungsprozesses angesehen. Da viele Menschen davon betroffen sind, ist es hilfreich, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Melden Sie sich im Forum an. Sie werden merken, dass Sie nicht allein mit diesem Problem sind. Holen Sie sich wertvolle Tipps.

Wie macht sich genetischer Haarausfall bemerkbar?

Die Veränderung startet häufig am Scheitel und im Bereich der Stirnhöcker. Typisch sind die so genannten "Geheimratsecken". Zuerst sind sie leicht, doch sie breiten sich immer weiter aus und enden bei einigen Betroffenen in einer Glatze mit einem klassischen Haarkranz. Bei den Frauen kommt genetischer Haarausfall viel seltener vor und tritt außerdem später in Erscheinung. Die ersten Anzeichen zeigen sich bei ihnen meist erst nach den Wechseljahren. Auch nach einer Schwangerschaft oder nach dem Absetzen der Pille kann der Haarausfall auftreten. Der Grund ist die hormonelle Umstellung. Das Gleichgewicht der weiblichen und männlichen Hormone im Körper verschiebt sich zugunsten der männlichen Geschlechtshormone. Doch der Körper erholt sich gewöhnlich nach einigen Monaten von der hormonellen Umstellung, sodass der Haarausfall ausbleibt. Bei Frauen dünnen die Haare im oberen Kopfbereich aus, während die Haardichte am Hinterkopf und an den Schläfen gewöhnlich unverändert bleibt.

Genetischer Haarausfall - was sind die Ursachen?

Laut Forschern vererbt sich der Haarausfall meist über die X-Chromosome weiter. Veranlagungsbedingt liegt bei den Betroffenen gegenüber den männlichen Sexualhormonen, also den Androgenen, eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel vor. Die Haarwurzel wird aufgrund der genetischen Veranlagung geschwächt und in der Folge das Haarwachstum verringert, bis die Haare letztendlich immer dünner werden und ausfallen. Auch wenn die Ursache in den Genen liegt, kann das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren den Haarausfall beeinflussen. Wenn Sie gleichzeitig unter einem hohen Stress stehen und sich ungesund ernähren, werden Sie früher eine Glatze bekommen. Insbesondere Biotin und Zink spielen eine wichtige Rolle für die Haargesundheit. Beobachten Sie Ihre Haare. Fallen sie anders aus, beispielsweise kreisrund, ist der Haarverlust wahrscheinlich nicht erblich bedingt, sondern hat andere Ursachen. Ein Hautarzt kann am besten beurteilen, um welche Art Haarausfall es sich handelt.

Rauchen gilt als Risiko

Genetischer Haarausfall ist zum großen Teil auf das Erbgut zurückzuführen, doch es gibt Faktoren, die den Haarausfall negativ beeinflussen oder verschlimmern können. Auch Nikotin ist ein Risikofaktor, denn es begünstigt Haarausfall. Genetischer Haarausfall tritt bei rauchenden Männern mit einer um etwa 80 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit als bei nicht rauchenden Herren auf. Es wird vermutet, dass im Zigarettenrauch Schadstoffe enthalten sind, die das Erbgut der empfindlichen Haarwurzel verändern. Zudem werden die Blutgefäße geschädigt, die die Haarfollikel versorgen. Des Weiteren beeinflusst das Rauchen den Hormonhaushalt negativ, was ebenso einen Haarausfall begünstigt. Neben dem Rauchen können auch weitere Faktoren wie Alkoholkonsum einen genetischen Haarausfall fördern. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise, um das Risiko eines genetischen Haarausfalls zu verringern, auch wenn er auf diese Weise nicht auszuschließen ist.

Wie kann genetischer Haarausfall behandelt werden?

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten und Präparate, um den erblich bedingten Haarausfall zu behandeln. Wichtig ist stets ein früher Beginn. Wenn die Haarfollikel abgestorben sind, ist es nicht mehr möglich, sie zu reaktivieren. In diesem Fall hilft nur noch eine Haartransplantation. Die Maßnahmen, die beim genetischen Haarausfall zum Einsatz kommen, greifen in den Hormonhaushalt ein. Die verordneten Arzneien werden auch als Antiandrogene bezeichnet. Hilfreiche Mittel zur Behandlung von Haarausfall sind Minoxidil und Finasterid. Der Wirkstoff Finasterid senkt das für die Haarfollikel schädliche DHT, während Minoxidil die Durchblutung der Haarfollikel fördert. Die Erfolge können jedoch sehr verschieden sein. Das Gleiche gilt für die Nebenwirkungen wie Hautirritationen, denn auch diese sind unterschiedlich ausgeprägt oder bleiben gänzlich aus. Insgesamt können Sie jedoch mit beiden Mitteln gute Erfolge erzielen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Haartransplantation. Sie bietet den Vorteil, dass nicht Jahre oder gegebenenfalls Jahrzehnte gewartet werden muss, um zu sehen, ob und wie sich der Zustand der Haare verbessert. Eine professionell durchgeführte Haartransplantation kann ausgezeichnete Ergebnisse erzielen.

Wenn der erblich bedingte Haarausfall bei Frauen aus Hormonschwankungen resultiert

Bei den Frauen kann genetischer Haarausfall mit Hormonpräparaten wie hormonellen Verhütungsmitteln oder östrogenhaltigen Mitteln, die örtlich aufgetragen werden, behandelt werden. Finasterid darf von Frauen nicht eingenommen werden. Die Minoxidil-Lösung gibt es für das weibliche Geschlecht in einer schwächeren Variante.

Lassen Sie sich von Betroffenen beraten

Kosmetische Haarwuchsmittel werden gern als "Wunderwässerchen" angepriesen. Sie wecken bei den Betroffenen große Hoffnungen, da der Haarverlust oftmals mit einem großen Leidensdruck einhergeht. Doch die Wirksamkeit dieser Kuren, Lotionen usw. ist nicht ausreichend belegt. Tauschen Sie sich stattdessen mit Betroffenen aus und profitieren Sie von deren Erfahrungen. Melden Sie sich im Forum an und holen Sie sich wertvolle Tipps, was tatsächlich helfen kann. Je früher der Haarausfall erkannt und therapiert wird, desto erfolgreicher können die Maßnahmen sein. Grundsätzlich ist Geduld sehr wichtig, denn Erfolge zeigen sich oftmals erst drei Monate nach dem Beginn der Behandlung.

Fazit

Genetischer Haarausfall, der die häufigste Form des Haarausfalls ist, resultiert daraus, dass es zur erblich bedingten Veränderung der Haarfollikel kommt. Sie werden aufgrund der Umstellung empfindlicher für die männlichen Geschlechtshormone. Etwa 80 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen sind vom erblich bedingten Haarausfall betroffen. Verhindert werden kann er nicht, doch Sie können verhindern, dass verschiedene Faktoren den Haarausfall vorantreiben, beispielsweise durch eine ungesunde Ernährung oder Stress. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Der Hautarzt ist der optimale Ansprechpartner, denn er kann Sie beraten. Auch Betroffene können Ihnen nützliche Tipps geben und Mut zusprechen. Tauschen Sie sich mit anderen Usern aus und machen Sie sich deren Erfahrungen zunutze.