FUE Haartransplantation

Die FUE Haartransplantation (Follicular Unit Extraction) ist die zurzeit modernste Methode der Eigenhaarverpflanzung. Bei der FUE Methode werden einzelne, sogenannten FUs aus dem Spenderbereich meist am Hinterkopf des Patienten entnommen und direkt im Empfängerbereich wieder implantiert. Die FUE Haartransplantation bietet dem Chirurgen die Möglichkeit, die maximale Menge an Haar mit der geringsten Menge nicht-haartragender Haut zu transplantieren.

Was sind FUs?

Unter dem Mikroskop ist zu erkennen, das Haare nicht einzeln, sondern in Büscheln mit 2 bis 5 Haaren zusammengefasst aus einer Haarwurzel wachsen. Diese Haargruppen sind die follikulären Einheiten. Die follikuläre Einheit ist eine natürlich vorkommende physiologische und anatomische Einheit. Durch die Transplantation von FUs werden die Wunden in der Kopfhaut des Patienten klein gehalten, die Heilung wird erleichtert, und mit geeigneten Instrumenten kann eine große Anzahl von Transplantaten pro Sitzung sicher verpflanzt werden. Die Verwendung von FUs für die Transplantation trägt dazu bei, dass das kosmetische Ergebnis der Transplantation völlig natürlich erscheint.

Im Gegensatz zu follikulären Einheiten sind Grafts in Form von Mikro-Grafts (1-2 Haare) und Mini-Grafts (3-6 Haare) kleine Transplantate, die zufällig aus Spenderhaaren geschnitten werden und nicht spezifisch sind wie einzelne intakte follikuläre Einheiten. Diese Mehrfacheinheiten enthalten zusätzliche Haut, die größere Empfängerstellen erfordert, was wiederum größere Wunden im Empfängerbereich zur Folge hat und die Anzahl der Transplantate, die in einer Sitzung sicher transplantiert werden können, begrenzen kann.

Wo werden die Spenderhaare für die FUE Haartransplantation entnommen?

Die Haare an den Seiten und am Hinterkopf sind genetisch bedingt nicht an der Bildung einer Glatze bei Männern beteiligt. Sie werden daher als Spenderhaare verwendet. Die Spender-Haarfollikel können von den Seiten und dem Hinterkopf entnommen und an der Oberseite der Kopfhaut an den Stellen, wo der Haarverlust aufgetreten ist, wieder eingesetzt werden. Das neu transplantierte Haar wird genauso wachsen, wie in der Spenderregion und nicht wieder ausfallen.

Voraussetzungen für die FUE Haartransplantation

Bevor eine FUE Haartransplantation beginnen kann, wird Ihr Arzt wichtige Punkte überprüfen und Ihnen einige Fragen stellen:

Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand?
Gibt es Blutungs- oder Heilungsstörungen?
Qualität und Quantität Ihres Spenderhaares?
Alter und Grad des Haarausfalls?

Zudem wird das Ziel, das mit der FUE Haartransplantation erreicht werden soll, im Vorfeld ausführlich besprochen und zum Beispiel der gewünschte Verlauf der Haarlinie nach der Transplantation auf dem Kopf skizziert.

Wie wird eine FUE Haartransplantation durchgeführt?

Für eine möglichst schmerzfreie FUE Haartransplantation wird der Spender- und Empfängerbereich zunächst mit einer lokalen Anästhesie betäubt. Danach beginnt die Entnahme der zu verpflanzenden FUs aus dem Spenderareal am Hinterkopf. Bei der FUE Haartransplantation gibt es im Gegensatz zur FUT-Methode keine Abgrenzung zwischen der Entnahme der Follikel und deren Reimplantation. Die FUs werden in der Regel unmittelbar nach der Entnahme direkt wieder in den Empfängerbereich eingesetzt.

Der Empfängerbereich wird mit der Schaffung kleiner Öffnungen, den slots, in welche die Implantate eingesetzt werden können, vorbereitet. Je nach Methode werden die Öffnungen mit einer sehr feinen Nadel oder mit einer Stanze in der Kopfhaut des Patienten geöffnet. Danach können die follikulären Einheiten mit einer Pinzette oder mithilfe eines Implanters in die Öffnungen eingepflanzt werden. Ein Nachteil dieser Technik sind nicht unerhebliche Blutungen und Schwellungen. Hinzu kommt, dass es bei der Implantation mit einer Pinzette schwierig ist, die Haarfollikel in der richtigen Richtung und im richtigen Winkel zu reimplantieren.

Daher werden die Transplantate mittlerweile mithilfe spezieller Implantationsgeräte, für die die Schaffung kleiner Öffnungen nicht erforderlich ist, eingepflanzt. Der Vorteil dieser Methode ist die deutlich reduzierte Narbenbildung im Empfängerbereich und eine höhere Sicherheit, die Follikel in der richtigen Richtung und im richtigen Winkel einzusetzen.

Die Einzelentnahme der Haarfollikel erfordert grundsätzlich eine hohe Präzision bei der Ausführung und wird je nach Bedarf hundert- bis tausendfach wiederholt. Nach etwa einem Jahr ist das endgültige Ergebnis der FUE Haartransplantation sichtbar. Die Anwachsraten sind bei der FUE Haartransplantation generell allerdings etwas geringer als bei der FUT-Methode.

Die Vorteile der FUE Haartransplantation

Die FUE Haartransplantation ist eine seit vielen Jahren bewährte Technik für die Eigenhaarverpflanzung. Die Methode eignet sich insbesondere für die Behandlung kleinerer Areale, zum Auffüllen von Geheimratsecken oder die Remodellierung von Haarlinien. Zudem kann die FUE Haartransplantation für die Verdichtung von Augenbrauen, für Barttransplantationen und die Rekonstruktion des Brusthaares angewendet werden. Zudem wird bei der FUE Haartransplantation immer nur die Menge an Follikeln aus dem Spenderbereich entnommen, die wieder eingepflanzt werden kann. Ein gewisser Puffer an entnommen Follikeln wie bei der FUT-Technik ist nicht erforderlich. Die Gefahr, bei der Entnahme weitere Follikel zu schädigen, ist bei der FUE Haartransplantation praktisch nicht gegeben.

Im Allgemeinen gibt es nach der FUE Haartransplantation nur minimale Einschränkungen. Dies liegt daran, dass die kleinen Löcher nicht in der gleichen Weise aufgeweitet werden wie die durch FUT verursachte großflächige Wunde. Die FUE Haartransplantation wird für jüngere Patienten, Sportler und Personen mit einem aktiveren Lebensstil empfohlen.

Falls nicht genügend Spenderhaare vom Kopf entnommen werden können, ist es bei der FUE Haartransplantation möglich, auch Haar aus anderen Körperregionen zu verwenden, was bei der FUT-Methode wegen der großen Narben nicht möglich ist.

Der größte Vorteil der FUE Haartransplantation ergibt sich durch die Entnahme einzelner Follikel. Da bei der FUE Haartransplantation kein zusammenhängender Hautstreifen entnommen wird, entfällt auch die große Narbe im Spenderbereich. Die bei der Follikelentnahme entstehenden, sehr kleinen Löcher in der Kopfhaut verheilen meist unproblematisch und die Mikronarben sind später so gut wie unsichtbar. Selbst Kurzhaarfrisuren sind nach einer FUE Haartransplantation daher meist kein Problem. Ein paar Nachteile hat die FUE Haartransplantation allerdings auch.

Die Nachteile der FUE Haartransplantation

Für die FUE Haartransplantation wird in der Regel ein wesentlich größeres Spenderareal mit gesundem und dichtem Haar benötigt, als bei der FUT-Methode. Ein großes Spenderareal ist erforderlich, um die Entnahme der Follikel verteilt über einen großen Bereich vornehmen zu können, um eine Konzentration auf kleine Bereiche zu vermeiden.

Eine FUE Haartransplantation ist zudem zeitintensiver, als ein Transplantation mit der FUT-Technik. Wegen des höheren Zeitaufwands sind die Kosten für die Eigenhaarverpflanzung bei der FUE Haartransplantation höher, als bei der FUT Haartransplantation. Ein weiterer, wenn auch weniger gravierender Nachteil ist, dass diese Haartransplantation nur bei kurzen Haaren durchgeführt werden kann. Das bedeutet, vor der Transplantation müssen die Haare im Spenderbereich rasiert werden. Der Empfängerbereich muss in der Regel nicht rasiert werden. Eine Rasur kann die Dauer des Eingriffs jedoch erheblich verkürzen.